Altersvorsorge beginnt nicht mit der Frage nach einem bestimmten Produkt. Sie beginnt mit der Frage, was Sie im Ruhestand voraussichtlich zur Verfügung haben werden – und was Sie benötigen, um Ihren gewünschten Lebensstandard zu halten.
Die gesetzliche Rente bildet für viele Menschen die wichtigste Grundlage. Hinzukommen können eine betriebliche Altersversorgung, private Rentenversicherungen, Riester- oder Rürup-Verträge, Fonds und ETFs, Wertpapierdepots, Immobilien oder anderes Vermögen. Deshalb steht am Anfang der Blick auf das Gesamtbild: Was ist bereits vorhanden, welche Leistungen sind später zu erwarten und gibt es tatsächlich noch eine Versorgungslücke?
Ein wichtiger Ausgangspunkt ist die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Für eine realistische Planung reicht die dort ausgewiesene Rente allein jedoch nicht aus. Auch Inflation, Steuern, mögliche Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und vor allem die eigene Lebensplanung gehören zur Betrachtung.
Erst danach stellt sich die Frage, wie eine mögliche Lücke geschlossen werden soll. Dafür gibt es nicht die eine richtige Altersvorsorge für alle.
Eine private Rentenversicherung kann beispielsweise eine lebenslange Rentenzahlung ermöglichen. Fondsgebundene Rentenversicherungen verbinden diesen Versicherungsmantel mit einer Kapitalanlage in Fonds – je nach Tarif auch in kostengünstige ETFs. Wer unabhängig von einem Versicherungsvertrag Vermögen aufbauen möchte, kann dagegen über ein freies Wertpapierdepot investieren.
Daneben gibt es staatlich geförderte oder steuerlich begünstigte Wege wie die Riester-Rente und Rürup-/Basisrente sowie künftig das Altersvorsorgedepot. Auch die betriebliche Altersversorgung kann ein wichtiger Baustein sein. Bereits vorhandenes Kapital kann außerdem über eine Rente gegen Einmalzahlung für die Altersvorsorge genutzt werden.
Was davon sinnvoll ist, hängt von der persönlichen und beruflichen Situation, vorhandener Vorsorge und den eigenen Zielen ab.
Gerade bei der häufigen Frage „ETF oder Rentenversicherung?“ werden zwei Dinge miteinander verglichen, die nicht zwangsläufig Gegensätze sind. Ein ETF ist zunächst eine Form der Kapitalanlage. ETFs können in einem freien Depot, künftig im Altersvorsorgedepot und auch innerhalb einer fondsgebundenen Rentenversicherung eingesetzt werden.
Die wichtigere Frage lautet daher häufig: In welchem Rahmen soll investiert werden?
Ein freies Depot bietet hohe Flexibilität und grundsätzlich freien Zugriff auf das Vermögen. Eine Fondspolice kann dagegen zusätzliche Eigenschaften einer Altersvorsorge bieten, etwa die Möglichkeit einer lebenslangen Rente. Unterschiede bestehen außerdem bei Kosten und Besteuerung.
Im freien Depot werden steuerpflichtige Erträge grundsätzlich während der Ansparphase beziehungsweise bei der Realisierung von Gewinnen besteuert. Bei einer Fondspolice können Erträge innerhalb des Vertrages umgeschichtet werden, ohne dass bei jedem Fondswechsel unmittelbar Abgeltungsteuer anfällt. Bei der späteren Auszahlung gelten wiederum eigene steuerliche Regeln, die unter bestimmten Voraussetzungen Vorteile bieten können. Ob daraus tatsächlich ein Vorteil gegenüber einem Depot entsteht, hängt jedoch vom konkreten Vertrag, seinen Kosten, der Laufzeit und der späteren Verwendung des Kapitals ab.
Auch bei den Kosten gibt es deshalb keine einfache Antwort. Eine Fondspolice ist nicht automatisch zu teuer und ein ETF-Depot nicht automatisch die wirtschaftlich bessere Altersvorsorge. Entscheidend ist letztlich, was nach Kosten und Steuern tatsächlich beim Anleger ankommt. Dabei können bei langen Laufzeiten bereits kleine Unterschiede erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis haben.
Auch die Art der Vergütung allein sagt wenig darüber aus, ob eine Altersvorsorge günstig oder teuer ist. Entscheidend sind die Gesamtkosten über die Laufzeit und das Ergebnis nach Kosten und Steuern. Bei einem Vergleich sollten deshalb sämtliche Kosten berücksichtigt werden – unabhängig davon, ob sie innerhalb eines Produkts anfallen oder separat als Honorar berechnet werden.
Mehr Garantien können Schwankungen reduzieren, gleichzeitig aber Renditechancen begrenzen. Welche Balance sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Anlagehorizont und davon ab, wie viel Schwankung man tatsächlich aushalten möchte.
Altersvorsorge sollte deshalb nicht danach ausgewählt werden, welche Lösung gerade besonders populär ist. Entscheidend sind Kosten, Steuern, Flexibilität, Verfügbarkeit, mögliche Förderung, Garantien und die gewünschte Form der späteren Auszahlung. Häufig kann auch eine Kombination verschiedener Wege sinnvoll sein.
Dann muss nicht automatisch etwas Neues abgeschlossen werden. Ältere Verträge können Garantien, steuerliche Vorteile oder Bedingungen enthalten, die heute nicht mehr erhältlich sind. Vor einer Kündigung oder einem Wechsel sollte deshalb geprüft werden, was der bestehende Vertrag tatsächlich leistet und wie er zur übrigen Vorsorge passt.
Altersvorsorge kann aus mehreren Bausteinen bestehen: gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung, privaten Vorsorgelösungen und frei aufgebautem Vermögen. Entscheidend ist nicht die Zahl der Produkte, sondern dass diese Bausteine zur persönlichen Situation und zueinander passen.
Die KMV unterstützt Sie dabei, bestehende Vorsorge einzuordnen, mögliche Versorgungslücken zu erkennen und unterschiedliche Wege miteinander zu vergleichen. Welche Lösung anschließend sinnvoll ist, entscheidet sich anhand Ihrer persönlichen Situation – nicht anhand eines bestimmten Produkts.
Ob bestehende Verträge, neues Vorsorgekonzept oder die Frage, wie sich verschiedene Möglichkeiten sinnvoll kombinieren lassen: Wir betrachten Ihre persönliche Situation und vergleichen die passenden Wege.
Das hängt davon ab, welche Versorgung bereits vorhanden ist, wie lange Sie noch bis zum Ruhestand haben und welche Ziele Ihnen wichtig sind. Auch Flexibilität, Sicherheit, Renditechancen, Steuern und die gewünschte spätere Auszahlung spielen eine Rolle. Häufig ist eine Kombination verschiedener Bausteine sinnvoll.
Ein erster Anhaltspunkt ist die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Hinzugerechnet werden weitere Ansprüche und vorhandenes Vermögen, etwa aus betrieblicher und privater Vorsorge. Dem gegenüber steht der voraussichtliche finanzielle Bedarf im Ruhestand. Dabei sollten unter anderem Inflation, Steuern sowie mögliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge berücksichtigt werden.
Je nach Vorsorgeform werden Beiträge, Erträge und spätere Auszahlungen unterschiedlich besteuert. Auch zwischen einem freien Depot und einer fondsgebundenen Rentenversicherung bestehen Unterschiede. Deshalb sollte nicht nur die erwartete Rendite vor Steuern verglichen werden, sondern möglichst das Ergebnis, das nach Kosten und Steuern tatsächlich zur Verfügung steht.
Auch mit 50 kann zusätzliche Altersvorsorge sinnvoll sein. Zwar ist die verbleibende Ansparzeit kürzer, dafür sind Einkommen und finanzielle Möglichkeiten häufig andere als in jüngeren Jahren. Entscheidend ist zunächst, die vorhandene Versorgung zu prüfen und daraus abzuleiten, ob und wie viel zusätzlich vorgesorgt werden sollte.
Nicht vorschnell. Bestehende Verträge können Garantien, steuerliche Vorteile oder Konditionen enthalten, die bei einem Neuabschluss nicht mehr verfügbar sind. Vor einer Kündigung sollten deshalb Leistungen, Kosten, Garantien, steuerliche Folgen und mögliche Alternativen gemeinsam betrachtet werden.